Gewinnspiel - Animagus [Gewinner]
An unsere lieben Teaser-Zeilen-Leser: Wer wird der nächste Animagus auf Hogwarts? Wer bekommt den seltenen Status? Das in Kombination mit ganz tollem Lesestoff gibt es nur hier! Solltet Ihr es nicht geworden sein, larst nicht den Kopf hängen - es gibt immer ein nächstes Mal! *Wortwitz-Entdecker erhalten über eine Eule Schokofroschkarten*

- Von : Lars Luminus



 

* Gewinner *

Liebe Zauberer und Hexen!

 

Gut zwei Wochen ist es her, dass ihr uns eure Einsendung für das Animagus-Gewinnspiel zuschicken konntet. Ich verrate euch mal ein kleines Geheimnis:

Der Gewinner (oder doch die Gewinnerin?) steht fest!

 

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Jury und Kriterien
 

Die Jury, bestehend aus Elza Lockser, Paula Kallmeier, Lucan Brown, Morfin Gelium und Gabriel Nightmare, konnte Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben. Der daraus entstandene Gesamtschnitt führte zu der finalen Bewertung.
Zu bewerten gab es folgende Krtierien:

- Kreativität: Wie kreativ ist der Kerngedanke der Einsendung?
- Realismus: Verhalten sich die Charaktere ihrem Alter entsprechend? Könnte das so in der magischen Welt passieren? Passt die Fähigkeit?
- Aufbau / Form: Ist die Handlung logisch aufgebaut? Gibt es evtl. zu viele Gedankensprünge oder ist es schwer, dem RP zu folgen? RP-Form beachtet? Wörteranzahl?
- Schreibstil: Ist der Text angenehm zu lesen? Gibt es Wiederholungen? Wie ist der Satzbau?
- Persönlich: Persönliches Bauchgefühl

Die Gewinner-Einsendung hat einen Gesamtschnitt von 1,6 erreicht - ganz dicht am zweiten Platz mit einem Schnitt von 1,64 und dem dritten Platz mit einem Schnitt von 1,72!

Platz 3: Jasper Benett

Platz 2: Falia Langcaster
 

Platz 1: Aiden Frost*

 


 

Ein großes Dankeschön geht an jeden von euch, der uns eine wundervolle Einsendung zugeschickt hat. Mal wieder konnten wir nicht genug von eurem Lesestoff bekommen. Solltet Ihr diesmal nicht gewonnen haben versucht es ruhig nochmal bei einem unserer weiteren Gewinnspiele! Diese finden in regelmäßigen Abständen statt.

 

Platz 2 und 3 erhalten einen kleinen Trostpreis aus dem SoMe-Keller.

Interessierte User können Ihren Schnitt via Eule erfragen!

 

/ *erhält seinen Status zum 5. Schuljahr hin /

Lange Rede, kurzer Sinn - wir wollen auch euch an dem Gewinnerwerk teilhaben lassen!

 


 

Die Leiden des jungen Dominic W.

“VERFLIXTE KRÖTENGALLE!!”, hörte man eine sich frisch im Stimmbruch befindende, krächzende Stimme mitten in einer Vollmondnacht über die Ländereien fluchen.
“BEI BUBOTUBLER-EITER UND MERLINS AKNE!”
Ob Merlin wirklich Akne hatte, war dem jungen Dominic W. dabei völlig gleich. Der sonst immer Ruhe bewahrende Junge war außer sich, dieses Mal würde er alles hinschmeißen. Endlich hatte der Junge es geschafft dieses verdammte Alraunenblatt einen ganzen Monat über in seinem Mund aufzubewahren, dass er das mit Speichel durchtränkte Blatt in ein Kristallfläschchen geben konnte, um dieses im Mondlicht mit anderen Zutaten zu einer ganz speziellen Mixtur zu vermengen. Doch waren keine Wolken am Himmel erlaubt gewesen. Den ganzen Tag über war keine Einzige am Himmel zu sehen, Dominic betrachtete es als Omen. “Heute Nacht soll es sein!”, war sein Gedanke und jetzt stand er hier verzweifelnd auf dem nassen Rasen kniend, im Regen. Seine Schreie, leidend, wütend. Alles war umsonst gewesen. Erneut.

Nein er war keiner geheimen Sekte oder derartigem beigetreten, um fragwürdige Rituale zu vollführen, oder die Toten wieder auferstehen zu lassen. Dieser Junge war ein gewöhnlicher sechzehnjähriger Schüler der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei und probierte sich, gegen jede niederschmetternde Wahrscheinlichkeit, darin ein Animagus zu werden.
Dafür musste der Gryffindor eine ziemlich nervige To-Do-Liste abarbeiten.
Beachtliche vier Male war er bereits daran gescheitert. Jeder normale Mensch hätte spätestens nach dem dritten Versagen aufgegeben.
Warum hatte der faule, sonst so nachgiebige Dominic W. dann nicht schon längst aufgegeben, wie jeder andere? Vor gut drei Monaten hätte er vermutlich genauso gedacht.

Damals war es dem Löwen egal, ob er im Jungenschlafsaal in seinem Bett, oder auf einem harten Stuhl im Unterricht schlief. Der arbeitsscheue Gryffindor tat nichts für seinen Erfolg, zeigte keinen Ehrgeiz.
Hausarbeiten? Kann man das essen? - Nein. Denn Dominic machte keine.
Keine Ausnahme war dabei sein Lieblingsfach: Verwandlung. Bloß waren seine Augen zumindest geöffnet, diese aufmerksam zur Professorin gerichtet. Seine Ohren hörten der unangenehm piependen Stimme zu, als wäre es hübscher Gesang.
Das träge Pubertier hatte selbstverständlich keinen Lehrercrush, ihn interessierte der Unterrichtsstoff. Und wenn er erst einmal anfing seinen Zauberstab zu erheben, gehorchte ihm jede Teekanne, jeder Stuhl, jedes Nadelkissen, welche sich in Schildkröten, Katzen oder Igel verwandeln sollten. Aber nicht so, dass es auffiel ein kleines Talent im Kurs zu haben.
Genau so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dieses von der Evolution geschaffene Nutzen war sein Motto. Nur den Professoren gefiel dies nicht und so spiegelten seine Noten dieses Missfallen wieder. Um dem Problemkind noch weitere Probleme zu bereiten, hatte sich seine Professorin für Verwandlung dementsprechend etwas tierisch Tolles einfallen lassen.

Ms. Blackbird hatte gerade den Unterricht beendet. Noch während sie sprach, hatten seine Mitschüler ihre Bücher bereits verstaut, zitterten förmlich vor Vorfreude mit gierigem Blick zur Tür. Sie warteten auf den verdienten Start ins Wochenende. Nur Dominics Bücher lagen noch auf dem Tisch, lauschte jedem einzelnen Wort der Professorin, als Ms. Blackbird alle endlich erlöste. “Ms. Snake, Mr. Pig, haben Sie noch einen kurzen Augenblick?”, stoppte die junge Professorin mit pechschwarzem Haar zwei der Schüler. Genau genommen die beiden Klassenbesten, was sich nicht als zufällig gewählt herausstellte. “Wie Sie wissen, entwickeln sich die Fähigkeiten junger Zauberer, vor allem in ihrem Alter stetig weiter.
Den Begabtesten und Fleißigsten unter Ihnen, möchte ich jedoch etwas unter die Arme greifen. Sie erinnern sich, als wir am Anfang des Jahres das Thema Animagus behandelt haben?”, fragte Ms. Blackbird den etwas pummeligen Jungen und das lispelnde Mädchen.
Peter Pig fing direkt an, hastig zu nicken: “Selbstverständlich. Ein Animagus ist ein Zauberer, welcher in der Lage ist, sich problemlos in eine, aber immer dieselbe,Tiergestalt zu verwandeln.” “Das ist richtig, Mr. Pig. Und nur einer unter tausend von Hexen und Zauberern kann diese Magie praktizieren. Sie beide sind die Klassenbesten dieses Jahr in meinem Kurs. Im sechsten Jahr an Hogwarts sollten Ihre Fähigkeiten durchaus weit genug sein, um ein Animagus zu werden. Ich möchte Sie hiermit darauf hinweisen, dass in der Bibliothek zu diesem Thema ein Buch existiert, in welchem der genaue Prozess beschrieben wird, mit welchem man zu einem Animagus wird. Falls Sie Interesse haben, so mögen Sie sich das doch bitte ansehen und sich daran probieren.” Die Professorin machte eine kurze Atempause, schmunzelte daraufhin matt: “Und jetzt raus aus dem Klassenzimmer. Sie haben Wochenende.” Damit entließ Ms. Blackbird ihre Schüler, wendete ihren Blick zu Dominic, welcher fragwürdig langsam seine Bücher in seine Tasche packte und keinerlei Anstalten machte, unauffällig wegzugucken, als Ms. Blackbirds Augen seine trafen. Ruhig, abwartend, erwiderte er den Blick der Professorin mit seinen kühlen Augen, verzog keine Mimik. Diese jedoch schüttelte amüsiert den Kopf:
“Mr. W., ich möchte doch bitten, wenn Sie schon Gespräche anderer belauschen, geben Sie sich doch bitte Mühe, dies wenigstens ansatzweise unauffällig zu tun.” Die Frau stand auf, legte sich ihre überfüllte Ledertasche um die Schulter:
“Haben Sie etwa vor, sich selbst daran zu probieren, ein Animagus zu werden, Mr. W.?”
Zeitgleich bewegte der Gryffindor sich von seinem Platz. “Wie Sie bereits sagten Ms. Blackbird, nur den Begabtesten und Fleißigsten ist es auch nur rudimentär möglich, einer von tausend zu sein. Wie wir wissen, bin ich definitiv keiner Ihrer Klassenbesten, nicht einmal im Durchschnitt.” Der Junge wollte bereits aus dem Klassenzimmer heraus schreiten, als Ms. Blackbird ein weiteres Mal das Wort ergriff: “Mr. W., wenn ich nicht gewollt hätte, dass Sie lauschen, meinen Sie wirklich, ich hätte dies dann zugelassen? Ein Animagus zu werden ist ein gefährlicher Prozess, bei welchem einiges misslingen kann. Ich würde keinen Schüler absichtlich dazu verleiten auf dumme Gedanken zu kommen.” Der Gryffindor stoppte und wendete sich irritiert zu seiner Professorin. Abwartend musterte er diese mit seinen eisblauen Augen, verzog dabei das Gesicht leicht. Er verstand nicht ganz. “Sie haben Talent, Mr. W.. Eine Begabung zu haben, das ist nicht erlernbar, Eifer zu zeigen hingegen schon. Fleiß... Fleiß und Geduld, das fehlt Ihnen und das widerspiegelt sich in Ihren Noten. Vielleicht ist es nur eine Motivation, die Sie brauchen, um zu zeigen, was Sie wirklich können. Diese Motivation möchte ich Ihnen anbieten: Geben Sie sich einen Ruck und versuchen Sie ein Animagus zu werden. Arbeiten Sie dafür, erlernen Sie Geduld und Tatendrang, um Ihre Ziele zu erreichen. Also verschwenden Sie bitte ihr Talent nicht, aufgrund von Faulheit und Unlust.” Mit ernstem Blick versuchte die Professorin den Jungen aus seinem Loch aus Antriebslosigkeit zu holen. “Sie dürfen gehen.”

Damit hatte der Gryffindor das Klassenzimmer verlassen. Seine Hände verschwanden schlagartig in seinen Hosentaschen, kopfschüttelnd verfolgte sein Schatten seine raschen Schritte, auf zur großen Halle - er wollte etwas speisen.
“Hat die einen Vogel…”, nuschelte der Löwe vor sich hin, ungläubig, dass die Frau es auch nur in Betracht gezogen hat, dem Jungen solch ein Hirngespinst einzureden.
Und doch landete er nicht wie geplant in der großen Halle, sondern in der Bibliothek.
Die einzige Speise hier nannte sich Wissen, serviert auf Büchern, was den Appetit des Sechzehnjährigen nicht wirklich reizte. Kaum war das Buch über Animagi gefunden, hatte sich der Gryffindor in eine stille Ecke verschanzt und lehnte sich mit angewinkeltem Bein gegen die Wand. Kaum hatte er das Buch aufgeklappt, wollte er es auch direkt wieder gegen die Wand werfen. Was war das bitte für eine absurde Liste?
“Die spinnt. Die Frau, die spinnt.”, flüsterte er im mezzo piano vor sich hin, als man ein lautes “SHHH!”, -Zischen der Bibliotheksdame, Ms. Goldfish, aus gegenüberliegender Ecke vernehmen konnte. In zehn Leben würden es keine tausend Pferde schaffen, diesen Löwen zu solch einer Mühsal zu bewegen. Das schaffte doch keiner!


Und dennoch würde Dominic diese Bibliothek verlassen und daraufhin vier Male an diesem Prozess scheitern. Vier, obwohl er sich doch so dagegen gesträubt hatte, es auch nur zu versuchen. Der Sturkopf hatte seine Meinung keinesfalls seiner schlechten Noten wegen, oder um seinen Eifer reifen lassen, geändert. Ms. Blackbirds Worte waren ansprechend, aber nicht ausschlaggebend für den Löwen gewesen. Mehr ein kleiner Funke in ihm selbst, welcher nicht der Welt, aber sich selbst zeigen wollte, dass er zu Größerem imstande war.
Er war sich sicher, dass er es mit seinen Fähigkeiten schaffen konnte, ein Animagus zu werden. Nein, hierfür benötigte er keinen Fleiß, sondern seinen sturen Schädel.
Diesen hämmerte der Gryffindor nun enttäuscht in den matschigen Boden. Niederlagen waren eben frustrierend. Vor Allem vier in Folge. Wenn er so oft an der Sache scheiterte, dann sollte es wohl nicht sein. Er war ganz einfach nicht dazu bestimmt, ein Animagus zu werden, sonst hätte es heute nicht geregnet.
Nein, so durfte Dominic nicht denken. Er war so weit gekommen, hatte es nach 3 Versuchen endlich geschafft, dieses verdammte Alraunenblatt einen ganzen Monat über in seinem Mund aufzubewahren. Es war zwar nur der erste Schritt, doch definitiv der Nervigste. Dominic würde jetzt auf keinen Fall aufgeben, weil das Glück, in Form von Wetter, nicht auf seiner Seite war.

Damit stand der junge Gryffindor am nächsten Tag bereits mit aufgesetzten Ohrenschützern und angezogenen Handschuhen im Gewächshaus 3. Hier züchtete Professor Whiteshark seine Alraunen und Dominic war mittlerweile ein bekanntes Gesicht für den Mann mit gruselig spitzen Zähnen. Der schnellste Weg an frische Alraunenblätter zu gelangen, war eben die Quelle selbst zu nutzen. Die pflanzlichen Viecher machten ziemlichen Lärm, wenn man ihre Blätter pflückte, dass die Ohren des Jungen trotz des Schutzes, für eine Weile taub waren.
Doch nicht nur diesen Sinn musste Dominic beschädigen, um an sein Ziel zu gelangen. Hätte ihm einer vorher gesagt, wie widerlich bitter diese Alraunenblätter doch schmeckten, würde sein Geschmackssinn nun vielleicht nicht gefühlt betäubt sein. Aber nicht nur diese Hürden brachte das Blatt mit sich.
Die Hygroskopie des Blattes war ungemein groß, sodass sich Dominics gesamter Speichel von diesem aufsaugen ließ und seinen Mund damit komplett austrocknete. Dafür hatte sich der einfallsreiche Junge aber einen Trick ausgedacht. Er klemmte das Blatt einfach zwischen Zunge und Speicheldrüse, dass das vor Speichel triefende Blatt seine Drüse ersetzte. Dass dies noch nicht reichte, konnte Dominic so nicht einmal mehr deutlich sprechen. Lispelnd und spuckend, so musste ihn nun sein Umfeld einen weiteren Monat ertragen. Zum Vorteil seiner Mitschüler war Dominic aber kein gesprächiger Junge, dass er diese täglich in einem Speichelwasserfall duschen ließ.

Zwei Wochen schaffte der Gryffindor es, problemlos mit dem Blatt zu interagieren. Dann stand auch schon Versuch sechs am Start.
Der Löwe hatte das Blatt wieder verschluckt, dieses Mal dank seinem nichtsnutzigem Kumpel Lennard Lion. Zwar war Dominic mehr ein einsamer Wolf, doch auf seinen Hausgenossen konnte er nicht verzichten. Wer weiß, vielleicht war er ja doch ein Rudeltier? Der Idiot hatte ihm beim Essen einen Witz erzählt, dass Dominic vor Lachen zu husten begann und ein großes Glas Wasser zur Beruhigung trank, dabei für einen Moment aus der Bahn geworfen war, sodass er das Blatt einfach mit schluckte. Dafür wusste er jetzt aber, dass Geister nicht lügen konnten, denn sie werden mit Leichtigkeit durchschaut!

Ein neues Blatt war kurz und schmerzhaft gepflückt, in den Mund gelegt und das Prozedere ging ein weiteres Mal von vorne los. Um am nächsten Vollmond nicht ein weiteres Mal enttäuscht zu werden, suchte er in seiner dritten Blatt-Woche seine Professorin für Wahrsagerei auf. Vor Allem, wenn ihre hervorstehenden Glubschaugen auf die Wahrsagerkugel herab schielten, wirkte sie wirklich seriös in ihrem Tun. An Donnerstagen bot die Frau Sprechstunden für ihre Schüler an. Dominic kam zwar nicht mit dem Anliegen Nachhilfe zu suchen, jedoch erahnte Ms. Salmon dies bereits auf unerklärliche Weise.
“Setzen Sie sich, Mr. W.. Wollen Sie vielleicht einen Tee?”, bot die alte, rothaarige Frau ihm an, wartete jedoch nicht einmal auf eine Antwort und schenkte ihm ein. Das Klassenzimmer für Wahrsagerei war durchaus das Gemütlichste. Sitzen tat man hier auf Sitzsäcken in einer angenehm duftenden Atmosphäre.
“Dankeschön.”, entgegnete er mit einem höflichen Nicken. Er hatte keinen Nerv auf solche Spielchen. “Wettervorhersagen.”, fing er an, “Wettervorhersagen an gezielten Tagen. Damit beschäftige ich mich momentan und tue mich wirklich schwer damit. Meinen Sie, Sie könnten mir helfen? Zum Beispiel mit dem Wetter in der Nacht des nächsten Vollmondes.”
Seine Professorin schien ihm nicht wirklich zuzuhören. Stattdessen schwenkte sie die Untertasse, auf welchem ihr Tee stand, trank die Tasse leer und nickte. Sie stellte nun die Tasse erneut ab, dass auch Dominic die Bilder der Tasse sehen konnte. Ein Regenbogen, über einem Baum, doch an dessen Wurzel befand sich ein kleines Tier, welches wie eine Ratte wirkte.
“Vermutlich ein klarer Himmel…”, fing seine Professorin an.
“Vermutlich?”, entgegnete der Junge skeptisch und irritiert.
“Eine Gefahr droht! Wenn du nicht aufpasst, wird sie dich verschlingen”, flüsterte die Frau und sah den Jungen mit großen Augen an.
“Etwas Großes und Böses!”
Wirklich schlauer war Dominic also nicht geworden. Das Unwissen bereitete ihm Sorgen.
Besonders diese “große und böse Gefahr”, die ihm drohte. Würde vielleicht ein urplötzlicher Sturm in der Vollmondnacht aufziehen? Um dies herauszufinden, blieb ihm wohl oder übel nichts anderes übrig, als noch ein paar weitere Tage zu warten.
In diesen musste er Besorgungen unternehmen, welche auf seiner Liste, um ein Animagus zu werden, standen. Für den zu erschaffenden Zaubertrank benötigte er nämlich:
Eine Kristallphiole, seine Alraunenblattspucke, einen Totenkopfschwärmerkokon, einen Silberteelöffel Tau, welcher von Menschenfüßen noch unberührt war und das Sonnenlicht noch nicht erblickt hatte und zu guter Letzt ein Haar seiner Eigen.
Klang gewiss lecker! So ein Gebräu wollte der Junge schon immer mal trinken.
Die Tage über war Dominic also auf Shopping-Tour. Den Silberteelöfel ließ er in der großen Halle beim Essen mitgehen und den Totenkopfschwärmerkokon erhielt er von seinem Professor für Zaubertränke, Mr. Ladybird. Der Mann hatte eine unglaubliche Sammlung an tierischen Zaubertrankzutaten, so auch Käfer.
Die Kristallphiole hatte er bereits bei seinem letzten Versuch von Mr. Ladybird ausgeliehen, sodass ihm nur noch das frische Tau und ein Haar seiner Selbst fehlten. Machbar, solange er nicht einen plötzlichen Haarausfall erlitt, was sich der brünette Junge mit vollem Haar durchaus vorstellen konnte, bei seinem Glück. So ein Pech wäre sicherlich zum Haare ausreißen!
Die erhoffte, sternenklare Vollmondnacht brach an und Dominic spazierte etwas über die Ländereien, bis er fand, dass der Ort abgelegen genug war. Er befand sich am Rande des verbotenen Waldes. Angst hatte er keinerlei! Immerhin war er ein mutiger Gryffindor und gleichzeitig gab ihm das Licht des Vollmondes ein wohliges Gefühl. Hier bedeckte dichter Farn den grünen Boden, hier würde niemals Licht hineingelangen. Dementsprechend entschied er sich, von diesem das Tau mit dem Silberlöffel aufzusammeln. Das mit Speichel durchtränkte Blatt spuckte der Junge endlich aus seinem Mund in die Glasphiole, gab das Tau und den Kokon hinzu, nur um sich zu guter Letzt ein Haar auszuzupfen und dieses hinzuzugeben. Er verschloss den Trank mit einem Stopfen, schüttelte sicherheitshalber noch einmal und buddelte eine Kuhle unter dem Farn, verbuddelte daraufhin wieder die Phiole. Hier würde der Zaubertrank bis zum nächsten Gewitter ruhen.
Bis dahin sagte das Buch aus der Bibliothek, dass er jeden Morgen und Abend bis zum nächsten Gewitter die Zauberformel “Amato, Animo, Animato, Animagus”, sprechen und sich dabei mit seinem Zauberstab auf seine Brust, auf Herzhöhe tippen musste.
Seinen Schlafrhythmus müsste er anpassen, durfte nicht vergesslich sein. Lächerlich, im Vergleich zu der Alraunenblatt-Sache, dachte er. Anfangs war es ungewohnt, früh aufstehen zu müssen, doch mit der Zeit fühlte der Junge sich immer besser, als zuvor.
Irgendwann fing es doch an, ihn zu schaffen. Mitten in der Nacht war er von einem ziemlich seltsamen Gefühl geweckt worden. Als würden zwei Herzen in ihm schlagen. Das eine gelassen ruhig, das andere wild rasend. Diese Herzrhythmusstörungen verfolgten ihn nun täglich und erschwerten es dem Jungen immer weiter Schlaf zu finden, morgens aufzustehen, tagsüber konzentriert zu sein, abends schlafen zu gehen. Er wusste nicht, ob die Tage- oder die Nächte schlimmer waren. Aber er musste weiter machen. Nur auf ein Gewitter warten, dann wäre alles hoffentlich vorbei. Diese Hürde war das Einzige, was den Jungen noch davon abhielt, ein Animagus zu werden. So kurz vorm Ziel würde er nicht scheitern!

Hier und da vergingen die Tage, der eine lang, der andere noch länger. Bis an einem Abend Dominics von Augenringen umzingelte Augen, verflixt noch eins, einen Blitz draußen sehen konnten. Ein Sturm! Keine 12 Vertrauensschüler würden ihn jetzt davon abhalten, nachts zum verbotenen Wald zu laufen, um seinen fertigen Zaubertrank zu trinken. Er hatte es wirklich geschafft!
Mit neu erworbener Kraft lief der Gryffindor durch die Gänge, über die Ländereien. Es war ihm einerlei, dass der Regen ihn durchnässte. Es war ihm einerlei, dass ihn hätte ein Blitz treffen können. Wichtig war jetzt dieser Zaubertrank.
Fast heldenhaft joggte er träge durch die Nässe, rutschte die letzten paar Meter dann aber doch den Hügel runter, zum Rande des verbotenen Waldes und fing an zu buddeln. Kaum hatte er die Phiole in seinen zittrigen Händen, sprach er ein allerletztes Mal:

“Amato, Animo, Animato, Animagus”, bevor er den rötlich gefärbten Trank zu sich nahm...und... ...umkippte. Von den Krämpfen, welche sein Körper erlitt, bekam der Junge nur peripher mit. Die Leiden des jungen Dominic W.’s fanden in Wirklichkeit in seinem Herzen statt, welches er mit seiner Hand zu pressen versuchte, damit es ihm nicht aus der Brust flog. Er atmete schwer keuchend, die Reize in seiner Umgebung erdrückten ihn.
Der Regen, welcher auf seine Haut prasselte, fühlte sich an wie stechende Nadeln, die in seinen Körper drangen. Er konnte nicht unterscheiden, ob sein Körper sich krampfhaft gegen den Boden presste, oder der Boden gegen ihn. Alles drehte sich. Wo war oben? Wo links? Hatte er etwas falsch gemacht? War dies hier alles wirklich? Würde er nun sterben?
Ein weiterer Blitz schlug ein, Dominic öffnete seine Augen und blickte tief in den dunklen Wald hinein, so surreal ihm dieser Zoom auch erschien. Auf einmal stand er auf einer Waldlichtung, in welcher ein riesiger Fels zum Mond hin ragte.
Ein weiterer Blitz schlug ein und ein großer, dunkler Schatten eines verzerrten Tieres fing an, sich über die Felswand zu erstrecken. Angst kam in dem Jungen auf, das Bild verzerrte sich, wirkte, als würde etwas auf ihn lauern. Langsam begann es sich, ihm zu nähern, öffnete sein Maul. Es hatte bedrohlich spitze Zähne und jeder Instinkt in Dominic hätte ihn weglaufen lassen, jedoch funktionierten diese nicht mehr. Im nächsten Moment verschwand der Schatten, darauf ein weiterer Blitz und der Junge erkannte noch zwei große Augen direkt vor ihm, realisierte, was für ein Wesen ihn da attackierte, als er bereits zu Boden gerissen wurde. Der Wolf würde ihn nun sicherlich zerfleischen. Junge, knackige Gryffindors hatte dieser bestimmt zum Fressen gern. Verloren blickte er in den Himmel, seine eisblauen Augen verloren ihren Stich, er wollte sie schließen, er schloss sie, er vergaß den Schmerz. Sein Leid war vergangen. Da hörte er ein lautes Wolfsgeheul und der Wolf leckte ihm übers Gesicht. Dominic riss seine Augen auf. Seine Augen waren noch immer dieselben, er war noch immer der Selbe, bloß seine Gestalt hatte sich verändert.
Er war nun ein Animagus, hatte es vollbracht und war wieder in der Wirklichkeit angekommen. Wenn er wollte, könnte er sich problemlos zurückverwandeln. Aber diesem Wolf war gerade mehr danach, frei durch den verbotenen Wald zu laufen und ein paar Amseln aufzuscheuchen…

-Ende-


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Lilli Black

Lilli Black Eine super Geschichte, sehr spannend. Herzlichen Glückwunsch :-)

Pi Snape

Pi Snape Herzlichen Glückwunsch und verdienter Sieg Mr. Frost

Evangeline Pirette

Evangeline Pirette Wow, verdienter Sieg! Herzlichen Glückwunsch!

Patricia Ewing

Patricia Ewing Herzlichen Glückwunsch Mr. Frost! :)

Selina Blake

Selina Blake Glückwunsch Aiden

Aiden Frost

Aiden Frost *steht bisschen eingefroren da, glaubt das Ganze noch nicht ganz* Vielen lieben Dank euch! :) *knuddelt ausnahmsweise mit Alba* @Shy da hat ja wer Adleraugen :P (leider war Dominic West so vorgegeben, hab den Anfangsbuchstaben dann aber umfungiert ^^)

Shy Fire

Shy Fire Jaaa Aiden. Herzlichen Glückwunsch du hast mich damit wunderbar unterhalten. Tolle Story. Heisst Dominic zufällig Wolf mit Nachnamen?

Zoe Harper

Zoe Harper Mister Frost! *-* Herzlichen Glückwunsch, total verdient!

Morfin Gelium

Morfin Gelium Glückwunsch ^^

Xanya Daryce

Xanya Daryce *herzchen dalass* Coole Story - Glückwunsch! :-)

Alba Frost

Alba Frost Bester Bruder!! ♥♥ Voll verdient, Brüderchen ♥

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