Wunschstatus

Liebe Zauberer und Hexen!

Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr hat schon längst begonnen, doch habt ihr uns etwa vergessen?
Wir euch nicht, denn an Weihnachten haben wir den alljährlichen Wunschstatus ausgeschrieben und dürfen nun endlich den Gewinner küren!
Kräftigen Applaus bitte und einfach weiterscrollen!
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Wünsch dir was!
Die Jury
Aeryn McCarthy
SoMe-Team
Berengar Zagavory
Professor für
Kräuterkunde
Nicholas Calvert
Hauslehrer Slytherin
Logan Walker
Hauslehrer Gryffindor

 
 
Bewertung
Die Jury konnte Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben. Der daraus entstandene Gesamtschnitt führte zu der finalen Bewertung. Zu bewerten gab es folgende Kriterien:
 
  • Kreativität: Wie kreativ ist der Kerngedanke der Einsendung?
  • Realismus: Ist der Realismus in Bezug auf das HP-Universum eingehalten?
  • Aufbau / Form: Ist die Handlung logisch aufgebaut? Wurde ein RP verfasst? Wortanzahl?
  • Text: Ist der Text angenehm zu lesen? Gibt es Wiederholungen? Gibt es evtl. zu viele Gedankensprünge oder ist es schwer, dem Text zu folgen? Wie ist der Satzbau? Sind alle Voraussetzungen des Gewinnspiels erfüllt?
  • Persönlich: Persönliches Bauchgefühl
Die Gewinner-Einsendung hat einen Gesamtschnitt von 1,75 erreicht.
 
 
 
Platz 1: Louisa Cavendish!
 
 

Wir gratulieren Louisa Cavendish ganz herzlich zum Sieg des Wunschstatus!
Von nun an ist sie stolze Trägerin des Parselmund-Status und wird noch bestimmt die ein oder andere Schlangen zum Tanzen bringen.


Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit Feedbacktexte der Jury zu erlangen. Solltet ihr einen Feedbacktext wollen, bitten wir, dass ihr uns (Nolan und Elza) eine Eule innerhalb der nächsten 5 Tage schreibt.
 
Gewinnertext
Ein leises Seufzen entwich den rissigen Lippen des jungen Mannes, als er sich die Zigarette zwischen diese schob und einen kräftigen Zug nahm. Mit geschlossenen Augen sog er den Rauch und Geschmack von Nikotin tief in seine Lunge, hielt einen Moment inne und stieß den Qualm dann in die kalte Nacht hinaus.

Leicht schüttelte er seinen Kopf, während dieser die letzten Stunden nochmal durchging, ihm Bilder vor sein innerstes Auge sendete und wohl versuchte zu verarbeiten, was geschehen war. Als ihm bewusst wurde, dass er vor den Trümmern seines Lebens, den Trümmern seiner Ehe stand, entwich ein freudloses Lachen seinen Lippen. Ein letzter Zug am Glimmstängel, dessen Spitze hellrot aufleuchtete, dann schnippte Michael den Stummel zu Boden, trat ihn aus und schob die Glastür auf, an welcher er gestanden hatte, um wieder in das Haus zu kommen. Sein Blick glitt durch den Raum, blieb an dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum hängen, an den Geschenken, welche darunter lagen, unberührt, als stammten sie aus einem Prospekt. Weiter glitt sein Blick zu dem Esstisch, auf welchem noch Teller standen, Überreste des Familienessens, welches sie genossen hatten, bevor alles eskaliert war. Erneut entwich ein leises Seufzen seinen Lippen, seine Hand fuhr durch sein dunkles Haar, ehe er sich umdrehte und zur Tür blickte, in welchem eine blonde, junge Frau stand. Seine Frau. Noch-Frau.

Während er sie anstarrte, drang ein leises Zischeln an sein Ohr. Ein gleichmäßiger Ton, welcher den meisten Menschen wohl eine Gänsehaut verpassen würde, ihn selbst aber beruhigte. Sein Blick huschte zu der Ansammlung von Ästen und Baumstämmen, zu der Erde auf dem Boden. Es wirkte wie ein Terrarium, mit dem Unterschied, dass es dort keine Türen gab, alles offen war. Sein Blick richtete sich auf das Tier, welches auf einem der Äste saß und ihn anstarrte. “Es tut mir leid.” Zischelnde Worte, die nur er verstand. Ein leichtes Nicken des Zauberers.

“Sag etwas.” Die Stimme der jungen Frau drang an sein Ohr. Zitternd und unsicher. Michael stellten sich die Nackenhaare auf, als er den Blick auf die Blondine richtete. “Was soll ich sagen? Was willst du noch hören? Es ist alles gesagt, Ella! Pack deine Sachen und verschwinde.” Seine Stimme war leise, die Wut perfekt unterdrückt und verborgen. “Es war ein Ausrutscher, Micky! Einmalig! Es tut mir leid, es tut mir so leid!” Tränen schwangen in ihrer Stimme mit, doch Michael schnaubte nur. “Ein Ausrutscher? Einmalig? Wie oft willst du mich noch anlügen, Ella? Fang endlich an die Wahrheit zu sagen!” Mit einem Mal wurde der Blick ihrer grünen Augen stechend. Wütend. “Das war es also? Du willst mich rauswerfen? An Weihnachten? Wegen eines Ausrutschers?” Ihre Stimme war schneidend und sorgte dafür, dass sich dem jungen Mann erneut alle Nackenhaare aufstellten.

“Ein Ausrutscher? Ein .. Willst du mich verarschen? Du hast mich betrogen, Ella! Du bist fremd gegangen! Hast mit einem Anderen ..- und sag mir nicht, das es nur ein Ausrutscher war verdammt, das war es nicht! Ich weiß alles. Hörst du? Alles, was du hier getrieben hast! Jedes einzelne Detail.” Die letzten drei Worte betonte Michael fest, während er der Frau in die Augen blickte. Der Frau, die er so sehr liebte. Welcher er die Welt zu Füßen gelegt hatte. Der Frau, die sein Herz aus seiner Brust gerissen und in tausend kleine Teile zerfetzt hatte.

Für einen Moment konnte man Unsicherheit in ihrem Blick erahnen. Überraschung. Für den Bruchteil einer Sekunden waren sie geweitet, dann hatte sie sich wieder gefangen, die kalte Miene aufgesetzt, welche sie eben schon zur Schau gestellt hatte. “Hast du das Haus verwanzt, oder was? Kameras installiert? Ich wusste schon immer, dass du ein kranker Penner bist!”, knurrte sie, doch ihre Worte prallten an Michael ab, während er sie anblickte. “Ich habe hier keine Kameras installiert. Immerhin habe ich dir vertraut. Aber du warst ja dumm genug, es hier zu tun. Hier vor ..- hier, so, als wolltest du erwischt werden. So, als wolltest du, dass er mir etwas erzählt.” Er. Für einen Moment huschte sein Blick erneut zu der Schlange, welche den Kopf gehoben hatte und den Schlagabtausch zu beobachten schien, dann fixierte er wieder seine Frau, welche seinem Blick gefolgt war, nun leise schnaubte. “Du glaubst ihm? Einer Schlange? Einem Tier?”, fragte sie beinahe ungläubig. Michael hob nur eine Augenbraue. “Warum sollte ich nicht? Er ist an meiner Seite, seitdem ich weiß, dass ich ein Parselmund bin. Er hat mich noch nie belogen. Im Gegensatz zu dir. Du hast mich von Anfang an belogen. In jeder einzelnen Minute unserer Ehe. Du hast dir nie die Mühe gemacht, deine Affären zu verbergen. Ich war nur zu blind, um es zu sehen. Oder zu verblendet, um es zu verstehen. Für Elisa tut es mir Leid, dass es ausgerechnet an Weihnachten geschehen musste, dass mir endlich die Augen geöffnet wurden. Und für mich selbst tut es mir Leid, dass ich erst eine SMS brauchte. Eine dumme SMS beim Abendessen. Wie blind ich doch war.” Er verstummte, schüttelte leicht den Kopf. “Jetzt pack deine Sachen und geh.” Seine Stimme war unerbittlich und kalt. Für einen Moment lieferten sie sich ein Starrduell, dann wand Ella sich ab und verschwand im Flur. Wenig später hörte er, wie Schranktüren und Schubladen aufgerissen wurden. Michael schloss die Augen. Mit der Hand fuhr er sich durchs Gesicht, dann ging er hinüber zum Esstisch und begann diesen abräumen. Dieses Weihnachten war ein Desaster gewesen. Angefangen damit, dass seine Frau am Weihnachtsmorgen nicht zu Hause gewesen und nicht erreichbar gewesen war. Michael hatte seiner Tochter erklären müssen, warum Mommy nicht da war und warum sie ihre Geschenke noch nicht auspacken durfte. Weiter mit dem Streit, als Ella nach Hause gekommen war und das nur, weil er gefragt hatte, wo sie gewesen war. Und geendet mit der SMS ihres Liebhabers, welche das Abendessen gesprengt und alles aufgedeckt hatte. Er wusste nicht, was er getan hatte, um das zu verdienen. Den Schmerz. Den Verlust.

Als er Schritte hörte, blickte Michael wieder auf. Blickte zu Ella. Zu den gepackten Koffern zu ihren Füßen. “Überleg es dir nochmal. Mach keinen Fehler, Michael. Tu nichts, was du später bereuen wirst”, fauchte sie, doch Michael schüttelte nur den Kopf. "Ich würde es nur bereuen, wenn ich mich weiter von dir verarschen lassen würde”, gab er ruhig zurück, ohne den Blick abzuwenden. Für einen Moment fixierten die beiden sich noch, dann verschwand Ella. Sekunden später schlug die Tür im Schloss ein und Michael sank auf die Couch, das Gesicht in den Händen vergraben.

Ein leises Geräusch, ein glatter Körper, der über den Holzboden glitt, dann kroch die große Schlange über sein Knie und schließlich um seinen Hals. Der Kopf des Tieres schmiegte sich für einen Moment an seine Wange. “Tut mir leid, Amigo.”, zischte es in sein Ohr und Michael schmunzelte nur kurz, blickte die Schlange auf seiner Schulter an. “Danke. Danke, dass du es mir gesagt hast.” Zischende Laute kamen aus seinen Lippen, als plötzlich leises Tapsen im Flur ertönte. Augenblicklich hob Michael den Kopf, blickte seiner kleinen Tochter entgegen, die verschlafen im Türrahmen stand, ihre Plüschschlange über dem Boden hinter sich her schleifte. Elisa blieb für einen Moment unsicher stehen, dann tappte sie durch das Wohnzimmer bis zur Couch, wo Michael sie hochhob und auf seinen Schoß setzte. “Hast du schlecht geträumt, mein Engel?”, fragte er und das kleine Mädchen nickte, während es sich an seine Brust kuschelte. Michael schlang die Arme beschützend um ihren Körper, drückte sie liebevoll an sich. Einen Moment saßen sie da, dann blickte Michael zu seiner Tochter herab. “Möchtest du jetzt deine Geschenke auspacken?”, fragte er und Elisa - mit einem Mal hellwach - nickte augenblicklich. Ein leises Lachen entwich seinen Lippen und er setzte das Mädchen auf den Boden. Elisa ließ die Schlange fallen und tappte herüber zum Weihnachtsbaum, zog ein großes, pinkes Päckchen zu sich. Lächelnd folgte Michael ihr, setzte sich neben sie auf den Boden und half ihr, das Geschenkpapier abzureißen. Zum Vorschein kam ein Spielzeugbesen, welcher dem Mädchen ein freudiges Quietschen entlockte. Mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen beobachtete Michael seine Tochter, wie sie mit dem kleinen Besen auf Kniehöhe durchs Wohnzimmer fegte und in diesem Moment wusste er - so beschissen dieses Weihnachtsfest auch auf den ersten Blick schien - der Anblick seiner Tochter machte alles wieder gut. Sie war der Inbegriff des Glücks in seinem Leben und solange sie bei ihm war - war alles gut.
☽ Plüsch Code ☾